Kettenschmierung - die Möglichkeiten

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Hier mal eine Übersicht der zur Verfügung stehenden Mittel zur Kettenpflege bzw. Kettenschmierung

Welches nun wirklich das beste Mittel ist, um die Kette ausreichend zu schmieren, kann wohl so genau niemand sagen. Mittlerweile ist sogar ein richtiger Glaubenskrieg ausgebrochen und jeder Biker schwört auf sein Mittel. Es gibt auch haufenweise Theorien, mit welchem Mittel die Kette am längsten hält. Aber wie gesagt, das sind alles nur Theorien, denn bei der Haltbarkeit einer Kette spielen sehr viele andere Faktoren (Qualität der Kette, Fahrweise, Fahrstrecken, Belastung usw.) eine Rolle, die ebenfalls zu berücksichtigen sind.
Wir wollen hier auch gar nicht sagen welches nun das beste Mittel ist, sondern einfach nur eine Übersicht geben. Schlussendlich muss jeder „sein“ Mittel selbst finden.


Wie bzw. mit was kann ich meine Kette schmieren?

Zur Auswahl stehen folgende Möglichkeiten:

  • Kettenfett in Form von Spray
  • Fettloses Kettenspray - auf Teflon-Basis?
  • Fettloses Kettenspray - auf Kunststoff-Basis?
  • Kettenoel das mit einem so genannten automatischen Kettenoiler aufgetragen wird

Kettenfett

Hier gibt es wieder zwei Unterteilungen:
Weisses Kettenfett – die beliebtesten, die auch in den meisten Tests am besten abgeschnitten haben, sind Castrol, Caramba und S100.
Dieses Kettenfett sollte alle 500 bis 1000 Kilometern und natürlich nach Regenfahrten erneut dünn und gleichmäßig aufgetragen werden. Man macht aber auch nichts verkehrt, wenn man sich die Kette regelmäßig anschaut (was man ohnehin tun sollte) und dann mit dem Kettenspray behandelt, wenn die Kette anfängt zu glänzen.
Hat man die Kette eingesprüht, sollte es mind. 3 Stunden (am besten sogar über Nacht) einwirken, damit es an Festigkeit gewinnt und nicht sofort wieder abgeschleudert wird.

Nachteil von solchen Sprays:

  • Man muss immer daran denken die Kette rechtzeitig zu behandeln.
  • Meist leidet das Bike unter verschmutzter Hinterradfelge, hinterer Verkleidung und im schlimmsten Fall bekommt man das Zeug sogar an die Kleidung.
  • Einmal im Jahr sollte die Kette komplett gereinigt werden, weil sich der Schmutz mit dem Fett verbindet und an der Kette haften bleibt.
  • Auf größeren Touren muss man immer eine Spraydose mitführen.

Fettloses Kettenspray - auf Teflon-Basis?

Hier ist Profi Dry Lube der Marktführer und Testsieger. Selbstverständlich gibt es auch noch andere Hersteller und die Hausmarken von Polo, Louis usw. Profi Dry Lube ist eine Kettenschmierung auf Teflon-Basis, komplett „unsichtbar“, wasser- und schmutzabweisend.
Bevor man eine Kette mit diesem Spray behandeln kann, muss sie komplett entfettet werden. Dies ist schon mit etwas Arbeit verbunden. Ist die Kette nach der Reinigung trocken, wird das Spray dünn und gleichmäßig aufgetragen. Nach 2 Minuten nochmals aufspühen.

Vorteil:

  • Weder Wasser noch Schmutz haftet an der Kette, wodurch sich die Lebensdauer der Kette verlängern soll.
  • Die gesamte Heckpartie und die Kleidung bleiben sauber.
  • Die Kette sieht auch nach mehreren 1000 Kilometern immer noch wie neu aus.

Nachteil:

  • Man muss alle 300 bis 500 Kilometer das Spray erneut auftragen
  • Nach Regenfahrten können die Kettenflanken mit Flugrost besetzt sein. Dieser lässt sich aber leicht abwischen.
  • Es kann (muss aber nicht) vorkommen, dass die Kette etwas lauter (leichtes Kettenrasseln) ist, als bei der Behandlung mit Kettenfett.
  • Auf größeren Touren muss man immer eine Spraydose mitführen.

Fettloses Kettenspray - auf Kunststoff-Basis?

Hierbei wird auf der Kette mittels Spraydose ("HKS plus", Hersteller ist Fa. Czech) eine Art Kunststoffversiegelung aufgebracht, die die Kette dauerhaft gegen Wasser und Schmutz schützt. Die Beschichtung hat eine hohe Gleit/Schmierwirkung und kriecht beim Auftragen bis zu den hochbelasteten Reibstellen der Kettenrollen.
Das Mittel wird nur minimal abgeschleudert und man braucht lediglich alle 1000...1500 km nachzusprühen. Nach dem Einsprühvorgang kann gleich weitergefahren werden. Eine Kettenreinigung ist nicht oder nur noch sehr selten erforderlich. Das Mitführen einer Dose ist nur auf langen Touren erforderlich.


Kettenoiler

Kettenoel mit so genannten automatischen Kettenoilern aufgetragen
Hier gibt es nun die große Auswahl. Die meist genannten und wohl auch benutzten sind:

  • Scottoiler, ca. 149,- Euro
  • McCoi?, ca. 110,- Euro
  • CLS200, ca. 209,- Euro
  • Kettenoeler.com, ca. 99,- Euro

Natürlich gibt es noch einige mehr, aber hier nennen wir nur mal diese vier.

Der Sinn dieser Oeler ist bei allen gleich. Sie sollen die Kette im Betrieb mit Oel benetzen und dies funktioniert in der Regel so:
In einem Behälter befindet sich Kettenoel und dieses läuft über einen dünnen Schlauch zu einer Düse. Die Düse muss mit der Schnittfläche am Kettenrad (meist ist es das hintere) anliegen und die gibt dann das Oel auf das Kettenblatt ab. Durch die Fliehkraft wird das Oel auf die Kette gebracht und die Kapilarwirkung bewirkt, dass das Oel bis unter die Rollen gelangt.

Jeder Kettenoiler hat so seine Vor- und Nachteile, die jeder für sich selbst abwägen muss.

Scottoiler

So muss der Scottoiler an eine Unterdruckleitung (die des Motors) angeschlossen und eingestellt werden. Je nach verwendetem Oel und bestehender Außentemperatur muss man den Oiler nachstellen, weil sich das Oel entsprechend anders verhält (zähfließender oder leichtfließender).

McCoi

Der McCoi? wird in einem Bausatz geliefert und muss erst zusammengebaut werden. Dabei handelt es sich um ein Micro Computer gesteuertes Ölersystem für den Selbstbauer. Mit einigermaßen vorhandenen Lötkenntnissen und der Bereitschaft zu basteln auch für Laien kein Problem. Der McCoi? verfügt über einen so genannten Reedkontakt. Über diesen wird die zurückgelegte Wegstrecke berechnet und die eingestellte Oelmenge abgegeben. Optional kann man noch einen Regensensor verbauen, der bei zunehmender Feuchtigkeit (Regen, Nebel usw.) die abzugebende Oelmenge erhöht. Außerdem arbeitet McCoi? mit einer eigenen Pumpe, so dass man am Motorrad-Motor? nichts basteln muss.

CLS2000

Der CLS200 hat einen Drehschalter, mit dem es auch während der Fahrt möglich ist, die zu verwendende Oelmenge zu erhöhen oder zu verringern. Die eingebaute Elektronik gleicht die temperaturbedingten Fließeigenschaften von Öl aus und somit ist kein Nachstellen bei unterschiedlichen Temperaturen notwendig.

Kettenoiler

Der Kettenoeler von Kettenoeler.com arbeitet mit einem Magnetventil und einer Durchflussdrossel.

Abschließend kann man sagen, dass das Oel die Kette schmiert, den Schmutz bindet und anschließend abschleudert.
Vorteil der Oeler:

  • Man muss sich fast gar nicht mehr um die Schmierung kümmern, außer immer auf genügend Oel im Vorratsbehälter zu achten und bei einigen Modellen entsprechend nachzustellen.
  • Da die Oelmenge in den Vorratsbehältern für mehrere 1000 Kilometer ausreicht, kann man beruhigt auf große Tour gehen.

Nachteil:
Ist der Oeler nicht richtig eingestellt, gilt das Gleiche wie bei den Kettensprays: Verschmutzung an den hinteren Motorradteilen.

Wichtig: Vor dem Einsatz eines Oelers muss die Kette komplett entfettet werden.





Siehe auch: Scottoiler montieren, McCoi Kettenoiler montieren


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